
Kronen Zeitung
SPANNENDE PERSONALIE
Hat Altach seinen neuen Trainer bereits im Team?
„Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah?“ Ein Sprichwort, das man auf die aktuell laufende Trainersuche des SCR Altach wunderbar anwenden könnte. Denn möglicherweise müssen die Vorarlberger den Nachfolger von Fabio Ingolitsch gar nicht auswärts suchen.
Der österreichische Trainermarkt gibt aktuell kaum etwas her. Ein Schweizer oder Deutscher kennt Altach und die Liga nicht. Das trifft nicht auf den Holländer Eric Orie zu. Der mit der UEFA-Pro-Lizenz ausgestattete Ex-Profi ist mehr Vorarlberger als viele andere. Und hat längst unter Beweis gestellt, dass er ein absoluter Fachmann.
Erfolge in Liga zwei
Mit bescheidenen Mitteln führte Orie den FC Lustenau 2001 in die 2. Liga, das gelang ihm unter ähnlichen Voraussetzungen auch mit dem FC Dornbirn. Im März 2024 sprang Orie nach einer Misserfolgsserie und der daraus resultierenden Ablöse von Thomas Janeschitz neuerlich als Dornbirn-Trainer ein. Und drehte den Negativtrend ab dem ersten Spiel um. Feierte in zehn Spielen sieben Siege. Und hätte die Rothosen sportlich auch zum Klassenerhalt geführt – finanzielle Probleme führten am Saisonende letztlich allerdings zum Lizenzentzug und Zwangsabstieg.
Als Canadis Co im Einsatz
Weitere wichtige Erfahrungen holte der in Dornbirn lebende Holländer als Co-Trainer von Damir Canadi. Zuerst bei Artomitos Athen und dann auch beim 1. FC Nürnberg. Zudem ist Orie bei den Spielern durch die Bank sehr beliebt, viele Akteure bestätigen, dass die Profiarbeit unter ihm stets viel Spaß mache. Nicht zuletzt auch deshalb, weil er die Sprache der Fußballer spricht.
Bundesliga-Luft bei Austria Wien geschnuppert
Was Orie noch fehlt, ist Erfahrung als Chefcoach in der Bundesliga. Aber die hatte auch Fabio Ingolitsch nicht, als er von Altach geholt wurde. Mit Maximilian Senft (SV Ried) und Philipp Semlich (WSG Tirol) werken auch bei anderen Klubs (erfolgreich) Trainer, die davor noch kein anderes Erstligateam betreut hatten. Und im Gegensatz zu Ingolitsch, Senft und Semlic kann Orie als ehemaliger Spieler von Austria Wien auf Erfahrung in der höchsten Liga zurückblicken. Zudem würde ein Trainer Orie die Vereinsfinanzen kaum strapazieren, da er ja bereits als Sportkoordinator angestellt ist.
Für den Fall der Fälle
Ein klarer Nachteil wäre ein mögliches Scheitern dieses spannenden Projekts. Sollte man sich vom 57-Jährigen trennen (müssen), wäre eine Zukunft als Sportkoordinator im Rheindorf nur schwer vorstellbar. Es sei denn, man findet eine für beide Seiten gangbare Lösung, die weder das eine noch das andere ausschließt.
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Bild: SCR Altach/Selina Meier








